Märchen machten MUT – ein erfolgreicher Abend

  • Am Februar 13, 2013 
  • geschrieben von editha   -  
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Soroptimist International, Club Koblenz lud zum Märchenabend ein.

 

 „Märchen machen Mut“ so lautete das Thema, Psychologe Dr. Mathias Jung als Thema für seinen sehr unterhaltsamen Vortrag gewählt hatte. Auch am 10.November 2012 im Gedenkjahr an die Gebrüder Grimm kam das Thema noch gut an, wenn man den Erfolg der Veranstaltung an der Zahl der Gäste und dem Reinerlös von 1860 Euro fest machen möchte. Sehr oft ging es in den Märchenbotschaften um glückliche Lösungen von Konflikten.  Die romantische Bewegung des Märchens-Erzählens erweist sich als höchst aktuell und anhaltend jung. Diese Aktualität haben nicht nur die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm mit den Kinder- und Hausmärchen, sondern auch der in Koblenz-Ehrenbreitstein geborene Clemens Brentano, von welchem die Gebrüder viele Märchen übernommen haben. Auch heute noch, 200 Jahre später, entfalten ihre besondere Art des Weltzugangs und ihr utopisches Potential einen eigenen Reiz. Dass sich die Märchen geradezu archetypisch in das Gedächtnis einer ganzen Nation einprägten, dass Hexen, Prinzen, Wolf und Zauberwald bis heute für die Romantik stehen, verdanken sich neben dem Wort auch der entschiedenen Weise der Illustrationen, die romantische Märchen seit den Erstdrucken begleiten. Durch sie erst wurden die Märchen im umfassenden Sinne populär. In der Liste der Künstlerpersönlichkeiten, welche die Auseinandersetzung mit den Märchen der Romantik gesucht haben sei beispielhaft Runge, Schinkel, von Schwind, Slevogt, Beckmann aber auch heute die in Koblenz Ehrenbreitstein lebende Bildhauerin und Grafikerin EDITHA Pröbstle  genannt“, so das Frankfurter Goethe-Haus. „Pröbstle ist wohl die Künstlerin, die Brentano Märchen am häufigsten bildkünstlerisch umgesetzt hat. Sie verdeutlicht am besten die für Brentano Texte charakteristische Allbelebtheit der Natur, die keinen kategorialen Unterschied kennt zwischen Mensch, Tier, Pflanze und den sogar den Elementen“. So war es unserer derzeitigen Präsidentin ein besonderes Anliegen, dieses Thema für den Club aufzugreifen, was zum besonderen Erfolg wurde.

Märchen auf die heutige Zeit und die Gesellschaft interpretiert zeigen Lebensprobleme aus ganzheitlicher Sicht und die möglichen Lösungen auf.  Ein interessanter Vortrag mit musikalischer Gitarrenbegleitung eines der vielseitigen Gitarristen Deutschlands, Volker Höh, begeisterte Hunderte von Gästen. Dr. Jung ging exemplarisch mit dem Märchen „Snewittchen“ auf Märchen als Schlüssel zum Unbewussten ein und fragte dabei auch, ob der Himmel zu Füßen einer Mutter liegt. Wo findet Erstarrung und Aufbruch statt? Die abenteuerliche Suche nach dem „inneren Kind“, wie der durch TV berühmte Buchautor und Gestalttherapeut Dr. Jung faszinierte. Es könnte die schönste Liebesgeschichte ihres Lebens werden, denn die Liebe zu sich selbst nimmt uns in das verstörende Reich der Gebrüder mit.

Doch dann führt die Reise überraschend weiter zur Deutung von Inhalten  der Märchen, die wir heute noch erzählen und für viele von uns Menschen das eigene Leben spiegeln können. „Es heißt jede Frau besitzt Mutterliebe. Der Himmel ist zu den Füßen der Mutter, sagt ein persisches Sprichwort. Aber was ist, wenn eine Mutter mit der Tochter rivalisiert? Wenn sie deren Lebenswillen erstickt und vergiftet? Wie können Schneewittchen-Frauen den Glassarg ihrer Seelenstarre öffnen und ins Leben zurückfinden? Mathias Jung gelang es, von der vermeintlich harmlos-melancholischen Kindergeschichte einen kunstvollen Bogen zu den Krisen und Chancen unserer eigenen „erwachsenen“ Lebensstrategie zu spannen und glückliche Lösungen aufzuzeigen.

Der Erlös des Abends geht an Schwester Dr. Lea Ackermann von SOLWODI. Märchenbücher von Brentano können über die Webseite von EDITHA Pröbstle – www.editha.net bezogen werden.